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Maasvlakte

Es ist skurril. Mitte der sechziger Jahre wurde eine künstliche Insel als Industrie- und Hafengebiet am Rhein Maas Delta angelegt.
Ausgerechnet diese künstliche Uferzone sorgte für erstklassige Wavespots.
Doch jetzt ist erst mal Schluss...

Der Grund für die windsurftechnischen Qualitäten sind zum einen, sich anlagernde Sandbänke, zum anderen, weil sich die Halbinsel weit nach Westen in die Nordsee ragt und dadurch sehr gut belüftet ist. Die Spotnahmen „Slufter“ oder „Kraftwerk“ (Blokkendam) klingeln dabei auch in den Ohren deutscher Surfer.

„An keinem Wave Spot kann man so schön parken, aus dem Womo aufs Wasser schauen und so entspannt den Sonnenuntergang beobachten.“ findet Anne Stevens, die viele holländische Spots wie ihre Westentasche kennt und auch die Fotos für diesen Bericht machte.

Schon die Fahrt nach Maasvlakte bereitet auf diesen Industriespot vor: Qualmenden Raffinerien, Verladekräne, Kohlehalden.

Beim Blick über das Meer in den Sonnenuntergang gilt es sich möglichst nicht umzusehen, denn dann setzen jäh ins Bild schiebende Fabrikschlote der Romantik den ultimativen Kontrapunkt. Das Ambiente kann also durchweg als „speciaal“ bezeichnet werden.

 

Maasvlakte

Zwar sorgt das ins Meer rückgeführte Kühlwasser des Kohlekraftwerks auch im Winter für angenehme Wassertemperaturen, aber die Optik und hier und da aus dem Sand ragende Metallstäbe, sowie tückische Strömungen sorgten für eine Art Dr. Jekyll und Mr. Hyde Ambiente. Aber die Wellen waren immer verdammt schön!

Sie waren schön, denn nun geht es in die zweite Runde und die Karten in diesem industriellen Spiel werden vollkommen neu gemischt. Der Hafen von Rotterdam wird weiter ausgebaut und dabei entstehen acht Kilometer neuer Strand. Frau Stock vom „Poort of Rotterdam“ erklärte uns bei einem Telefoninterview: „2013 werden die neuen Strände offiziell zugänglich sein“. Etwa 2030 soll der Hafen dann komplett ausgebaut werden.

Naherholung im Industriegebiet wird in dem neuen Konzept groß geschieben. Der Hafen von Rotterdam hat sich auf bis zu 10.000 Strandbesucher pro Tag eingestellt. Und die Strände rings um den Hafen werden über sehr viele Parkplätze verfügen.

Wie denn genau die Strände und Strömungen um die neue Landmasse verlaufen werden, konnte Frau Stock uns auch nicht sagen. „Wir schütten den Sand auf, was dann kommt werden wir sehen.“ Wer jetzt wehmütig den Blick zurück zum alten Massvlakte werfen will, sollte sich hüten, denn die Romantik könnte wieder -ihr wisst schon- durch ein paar jäh ins Bild ragende Fabrikschlote gestört werden...



Maasvlakte

Weitere Infos zum Ausbau des Hafenprojektes findet ihr hier: http://www.maasvlakte2.com/nl/home/

Einen Werbe-Trailer (!) findet ihr hier:
http://www.mv2movie.com/













Im Bild rechts seht ihr die neu zu errichtende Landmasse orange dargestellt.

Maasvlakte 2

Maasvlakte