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Weihnachten in Klitmøller

Weihnachten ist Saison. In Dänemark. Es war Sturm angesagt - zum Glück aus West, denn sonst wäre mein Wellenreitboard vom Autodach nicht sauber in Richtung Standstreifen geweht, sondern hätte den nachfolgenden Verkehr auf der Autobahn sicher etwas mehr als nur irritiert...

Zum Glück ist nichts passiert sagte ich mir, wobei mir die Unversehrtheit des Board in diesem Moment wirklich wenig bedeutete. Als ab sofort erstklassige Spanngurtkontrolleure unterwegs, setzen wir die Reise in den Nordwesten Dänemarks fort.

Von ein paar Tage vor Weihnachten bis nach Silvester sollte die Reise mit meiner kleinen Familie dauern, zwei Monate vorher gebucht, mit reichlich Vorfreude auf gemütliche Abende vor dem Kamin und Wassersport vor weißer Kulisse. Die Premiere für Sohn Jannes unter nordischer Wintersonne.

In Klitmøller angekommen bot sich uns ein schöner Anblick auf die Riesenwellen und fliegendes Wasser im Halbdunkel der Klitmøller Bucht. Kurze Tage und ein Hauch von Weiß in den Dünen verleihen der Region auch im Winter ihren Reiz.

Schon zwei Tage später riggte ich in Hamborg mein 3,3er auf. Hier waren die Bedingungen noch surfbar, während im weiter links gelegenen Hanstholm die Wellen einfach zu weit draußen brachen. Mein Bruder Nils war inzwischen zu uns gestoßen und hielt die Session mit klammen Fingern am Auslöser auf Video fest.

Weihnachten in Klitmøller

Der Wind nahm später ab, genau wie das Tageslicht. Trotzdem steuerten wir das weiter südlich gelegene Nørre Vorupør an, um die grandiosen Wellen nicht ungenutzt an den Strand rollen zu lassen. Dank des Flutlichtes am Strand war Wellenreiten möglich.

Nils scorte mehrere coole Ritte. Mich zog die starke Strömung währenddessen entlang der Mole raus in die Nacht. Ein langer Rutsch brachte mich nach unendlicher Querschwimmerei dann doch in den beleuchteten Shorebreak zurück.

Die Wellen blieben mehrere Tage, fast ohne Wind und wenn doch, dann offshore wehend. Kathi schoss ein paar Bilder, aber bei diesen Temperaturen wollten wir Jannes im Kinderwagen nicht länger als nötig der Kälte aussetzen. Nach zwei Wellen war die Fotosession vorbei, auf dem Wasser konnte man es dann aber mit der passenden Ausrüstung (6mm Hooded Steamer) ganze zwei Stunden lang aushalten. Die engen Kapuzen halten den Kopf sehr warm, quetschen die Gesichter aber so zusammen, dass man manchmal drei Blicke braucht, um die Gesicht alter Bekannter auf dem Wasser wieder zu erkennen.


Weihnachten in Klitmøller

Heiligabend surfte ich im Sonnenschein bei Nordwind mit 4.7er zwischen Muschelriff und Klitrosen. Falls die Webcam von Klitmøller nicht festgefroren war, hättet ihr das sogar online verfolgen können.

Um meine Winter-Surfausrüstung zu erweitern, habe ich die am lokalen Surfshop hängende Telefonnummer ausprobiert. Der supernette Shopbesitzer öffnet nach Absprache sofort und ich konnte mir 7mm-Booties für die nächste Paddelsession sichern. Auch Fridged Wax war eine echte Empfehlung! Ich erfuhr auch, dass es mit 5mm-Handschuhen höchstens in der „Nebensaison Januar und Februar“ frisch wäre. Also Wassersport das ganze Jahr, in DK.

Nach Weihnachten wurde die Hausbelegung um ein paar Jungs und Mädels erweitert, die mit uns ins neue Jahr feiern wollten. Bis zum 31. Dezember wurden die Wellen zwar kleiner, liefen aber immer noch sauber aus NW heran. Am Silvestertag gab es nochmal Wind für‘s 5,3er bis 5,9er im Sonnenuntergang, danach dann Parties in verschiedenen Ferienhäusern.

Der beste Windsurftag in „Winter Wonderland“ wurde uns dann kurz vor der Abreise beschert. Mit ausreichend Westwind im 3,7er ein guter Vorgeschmack auf die Saison 2009!

Hang ten,
Matze



Weihnachten in Klitmøller