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Teneriffa Report
31. Januar 23:00 Uhr - wieder ein Monat vorbei und der nächste Médano Report ist fällig. Das Bildmaterial wird gesichtet und die Ereignisse erst mal chronologisch sortiert. Im Hintergrund sucht sich der Wind geräuschvoll seinen Weg durch Ritzen an Läden und Türen.

D'lights Online-Windmesser meldet gerade 32 Knoten und im Kopf schwirren noch die Eindrücke der Waveaction der letzten beiden Tage herum - so als wäre es ganz normal hier.

Das war es aber leider nicht, die Tage mit guten Wellen und ordentlich Druck in Cabezo kann man an vier Fingern abzählen. Nach dem fünftägigen Flautenauftakt des neuen Jahres mit Wellenreitsessiones in Las Americas bei kleinen Wellen kam der Passat bis zur Monatsmitte gerade 5 mal für großes Zeug in die Puschen.

Freestylemeister Chris Sammer rockte zusammen mit seinen Freunden das Flachwasser von Cabezo. Auch Vincent Langer gab sich das zweite Mal in diesem Winter die Ehre und trainierte das eingesprungene Rückwärtsgleiten in allen Varianten.

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Am 16ten durften endlich wieder die mittlerweile eingestaubten Waveboards aufs Wasser. Statt der lange herbeigesehnten Nordostperiode war aber am nächsten Abend der Spuk schon wieder zu Ende.

Dani Bruch rippte nicht unter den Jungs in Cabezo - er suchte wieder mal eine neue Herausforderung an der Nordküste Teneriffas und fand sie in über masthohen Wellen am Punta del Hidalgo.

Für die nächsten Tage war Südost angesagt, eine Wettererscheinung, die wir hier sehr selten erleben. Viel bekommt man davon in Médano nicht mit, da das Gebirgsmassiv am Fuße das Teide einen riesigen Luvstau erzeugt - nur der chaotische Windswell ist ein Zeichen für Luftbewegung weiter draußen.


Teneriffa Report
So machte ich mich am 19ten auf den Weg nach Las Americas, um zu checken, ob der Düseneffekt dort wieder bei dieser Windrichtung funktioniert - und ja, es blies für 5qm. Leider lief absolut keine Welle, so entschied ich mich an der Küste weiter nordwestlich auf Suche zu gehen.

In Alcála, am Wellenreitspot K16, sah es ein wenig besser aus - alle paar Minuten rollte ein 1-Meter-hohes Set herein. Der Sand flog mit 40 Knoten um die Felsen und hatte die sonst am Wochenende anwesenden Scharen von Wellenreitern und Boogieboardern weggefegt. Allein probierte ich mit meinem teils überpowerten 4,2er ein paar von den kleinen Wellen zu rippen.

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Jochen kam auf ein paar Fotos vorbei und dann war da nur noch dieser Zuschauer, dessen silbergrauer Kombi nach ein paar Minuten wieder verschwunden war...

Später musste ich feststellen, dass er mir meinen linken vorderen Reifen zerstochen hatte - die typisch freundliche Geste von Wellenreitlocals, hier besser nie wieder her zu kommen - Klasse, Sportsfreunde!

Die nächsten sechs Tage blieb es bei diesen seltsamen Windbedingungen und LA mutierte zum Dauerspot für Windsurfer und Kiter.

Jetzt zum Monatsende hat der Passat nun endlich wieder einmal Gas gegeben und die Optimisten sind sich einig, dass nun der Knoten geplatzt ist, damit die Windstatistik am Ende wieder stimmig ist...
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