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Capetown Report #3
Spotjagd - am Kap kein Thema, denn eigentlich sind alle Spots bekannt. In jedem Surfmag finden sich zahlreiche Stories zu den Revieren rund um das Kap der Guten Hoffnung. Doch an einem Tag in diesem Winter hatten wir trotz unserer jahrelang angereicherten Ortskenntnis keine Lösung parat.

An jenem Tag ließ uns schon die morgendliche Session vor unserer Terrassentür am Sunset nichts Gutes ahnen.

Wenn früh am Morgen das 4,5er schon kneift, dann wir das meist ein kampfreicher Tag. Wenig später Aufbruch nach Melkbos. Hier wurde das 4,0er schnell zu groß, 50er Böen peitschten über den Strand. Schnell hatte sich eine kleine Gruppe von Wilden gefunden, die bereit war dem Wind die Stirn zu bieten, aber nicht an diesem Spot.

Capetown Report #3
Thomas Ortmann, Betreiber des Gasthauses 'Surf the Cape' und aktueller Südafrikanischer Wavemeister, Dirk van Hettinger, Langzeit Lokal und Kletterparkbetreiber, Horsti Ortner aus der Pabststadt Altöttingen und gleichzeitig unser Mann an der Kamera sowie ich, der weiseste der Runde, um nicht das Alter von 44 ins Spiel bringen zu müssen.

Unsere zwei Bullies jagten in Richtung Yzerfontain. Auf dem Parkplatz am Spot leichte Enttäuschung. Recht leichter Wind mit mäßigen Wellen. Mit Glück wäre 5,3 mit großem Brett gegangen. Doch wer will nach einer 4,0er Session gern so ein riesiges Tuch aufziehen? Wir nicht! Also stimmten wir uns ab und kamen zu folgendem Schluss: Wenn in Melkbos sogar die Steine fliegen und in Yzerfontain Leichtwind herrscht, liegt unser Glück irgendwo auf halber Strecke.


Capetown Report #3
Los ging es zurück in Richtung Capetown. Ungefähr auf halben Weg die erste Möglichkeit zum Strand genommen. Ein staubiger Weg führte an die Uferböschung. Schnell wurde der Platz geprüft und Felsen im Uferbereich ausgemacht. Wind für 4,0-4,5. Doch die Begeisterung hielt sich in Grenzen und wir fuhren weiter.

Auch der nächste Versuch wurde unserem Wunsch noch nicht ganz gerecht. Picknickpark in einer Bucht mit Abdeckungen.

Doch Aufgabe kam nicht in Frage und so sind bekanntlich alle guten Dinge drei. Wieder ein Picknickpark, den wir über eine Dirtroad erreichten. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Der Wind peitschte über das karge Land und an den Kinderklettergerüsten entstanden mystische Windgeräusche. Der Strand war noch nicht zu sehen und über einen Dünenweg zu erreichen.
Capetown Report #3
Keine Felsen, alles Sand und schöne Wellen. Der Wind kam leicht onshore. Die Entscheidung war gefallen, hier geben wir uns eine Session. Auf einer Wiese am Strand bauten wir unsere 4er Segel auf und kurze Zeit darauf ging es los. Nach kurzer Orientierung auf dem Wasser lief es echt rund und das alles ohne jegliches Gedrängel. Horsti, der Mann am Strand, versuchte mit dem schwierigen Licht sein Bestes aus der Canon rauszuholen und wir gaben auf dem Wasser unseren Beitrag.

Ein gelungener Ausflug abseits der üblichen Spots. Beim Abriggen ließen wir die Impressionen noch einmal vorbeiziehen und machen uns dann auf den Weg zum 'Blue Peter', um beim Sonnenuntergang ein paar Savanna Dry wegzuzischen. Einen Tag wie nicht jeder andere lassen wir danach bei einem feinen Steak beim 'Cubana' ausklingen.

Capetown Report #3