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Capetown Report #1
Die Zugvögel haben ihre lange Reise in die Überwinterungsreviere angetreten. Der Wetterbericht meldet die ersten Schneefälle bis in die Niederungen, gepaart mit Boden- und Nachtfrost. Das sind deutliche Zeichen für den nahenden Winter und auch für die Surfer in Europa genau die richtige Zeit, um eine Reise in den Süden anzutreten.

So haben mein Kumpel Horsti aus der Papststadt Altöttingen und ich in diesem Jahr früh begonnen, die Bags zu packen, um uns auf ans Kap zu machen. Mit der Hoffnung auf hohe Wellen und guten Wind breche ich von Hannover über Hamburg nach München auf, von da aus geht es mit Horsti zusammen weiter nach Kapstadt.

Nach langer und unbequemer Schlafhaltung ist es in den frühen Morgenstunden geschafft. Das Material ist angekommen, der Mietbully steht bereit und ein herrlicher Sommertag begrüßt uns auf der Großbaustelle am Capetown International Airport. Bauzäune, Kräne und Unmengen von riesigen Betongebilden säumen den Weg durch den Flughafen. Die Vorboten der Fußball WM 2010 sind allerorts nicht zu übersehen. Doch wir wollen Sunset. Zwischen Parkplatz 1 und 2 beziehen wir direkt am Strand im 1. OG unser Zimmer. Panorama pur.
Capetown Report #1
Wetterkarten gecheckt und da ist für die kommenden Tage Druck angesagt. Doch die Wellenvorhersage ist abnehmend gemeldet. Mit vorbereiteter Fotoausrüstung erwarten wir den ersten fetten Tag.  So geht es in bekannter Manier für alle Internationalen Surfer am Sunset los, danach geht es über Big Bay nach Melkbos.

Die in den vergangenen Jahren immer wieder berichteten problematischen Fälle von Kriminalität machen uns im Umgang mit Fotoausrüstung und anderen technischen Geräten sehr vorsichtig. Doch zu unserer Begeisterung zeigt sich am Sunset eine sehr hohe Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten. Wir bleiben trotzdem unserer Linie treu und versuchen unauffällig mit Wertgegenständen umzugehen, um die Aufmerksamkeit nicht auf uns zu lenken.

Nach einer Serie von 5 Windtagen und eher kleiner Welle, legt der Capedoktor eine Pause ein. Sightseeing ist angesagt. Diese Touren bergen wohl die größten Risiken in dem immer dichter werdenden Verkehr in und um Kapstadt.

Unzählige Kreuze an den Straßenrändern zeugen von einer hohen Anzahl an Verkehrstoten. Umsichtiges Fahren ist hier eine wichtige Voraussetzung, um nicht zum Opfer zu werden. Auf einer Fahrt zum Cap wurde im Radio berichtet, dass am Morgen des 15.12. in den Morgenstunden auf der M2 und N1 14 Menschen ums Leben gekommen sind. Sehr nachdenklich und mit erhöhter Aufmerksamkeit rollen wir Richtung Plattboom.

Capetown Report #1
In der unwirklichen Kulisse des Cape of Good Hope erleben wir eine tolle Session bei herrlichem Licht und tollen Wasserfarben. Jeder sichtbare Schatten und Felsen unter Wasser sorgen für eine extra Priese Adrenalin. Doch wie jedes Jahr wird das Thema Große Weiße als Märchen beschönt. So muss ehrlich festgestellt werden, es geht mehr Gefahr für Leib und Leben vom Verkehr und Kriminalität aus, als von weißen Flossenträgern.

Nun wollen wir hier kein Trübsal blasen und berichten deshalb lieber von einer Affeninvasion nach der Session am Cape. Da war das Grinsen wieder da, fette Bedingungen auf dem Wasser und an Land ein Schauspiel. Aus dem Nichts waren ein paar Affen am Parkplatz aufgetaucht. Einige in der Sonne liegende Mädels waren schnell in eine Art Tauziehen um ihre Taschen und Rucksäcke verstrickt.
Capetown Report #1
Als die Wildhüter auftauchten, konnten die Affen in die Flucht geschlagen werden... die Beute blieb zurück. Doch Minuten später saß schon wieder einer im neben uns im parkenden Golf. Er durchsuchte den Wagen, drehte Taschen um und machte Beute.

Der Einkauf der Jungs verschwand samt Tüte in den Büschen, wo sich der Pavian über Käse, Wurst, Toastbrot und Obst hermachte. Da die Nachschubversorgung am Capepoint eher dürftig ist, dürften die Jungs die kommenden Stunden mit knurrenden Mägen überbrückt haben.

Neben Sightseeing und in diesem Jahr recht ruppigen Surfbedingungen, konnten wir natürlich ein abwechselungsreiches Beköstigungsprogramm durchführen. Die Bandbreite von Thai, Indisch, Mexikanisch, Italienisch, Kubanisch bis Amerikanisch wurde abgedeckt. Das Nachtleben rockt auf der Longstreet und in Kampsbay und lässt sich wunderbar mit der Wetterkarte abstimmen. Empfehlenswert ist auf jeden Fall als Tagesstarter ein Frühstück bei Mugg & Bean, Healthe Breakfirst mit Latte Classic.
Capetown Report #1
Wie bereits im letzten Jahr berichtet, geht der Bauboom weiter. Das größte Bauprojekt dürfte wohl das WM Stadion am Greenpoint sein – zahlreiche Baukräne ragen in den Himmel.

Aber auch das Panorama von Tabelview bis Big Bay ist geprägt von Kränen und im Bau befindlicher Projekte mit bis zu 18 Stockwerken.
Neben den offensichtlichen Veränderungen hat auch der Zusammenschluss LTU und Air Berlin ihr Gutes für die Anreise  nach Capetown. Klare Richtlinien für Sperrgepäck mit festen Preisen lassen ein stressfreies einchecken zu.

So ist der Schritt vom weihnachtlichen Sommer zurück in den weihnachtlichen Winter ein fast unvorstellbarer Albtraum. Capetown rockt und wir kommen wieder.

Capetown Report #1