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Irland


Regen
Regen bezeichnet einen flüssigen Niederschlag mit einer Tropfengröße von meist 0,6–3 mm. Unterhalb von 0,5 mm ist es Sprühregen (auch Nieselregen). Regen, außerhalb der Polargebiete die mengenmäßig bedeutendste Form des Niederschlages, wird in "mm Niederschlagshöhe" gemessen. 1 mm Niederschlag entspricht 1 Liter pro Quadratmeter. Regen entsteht aus Eiskristallen in der oberen Troposphäre, die als Kondensationskeime für die Ansammlung von weiteren Wassermengen dienen. Wenn sie dann aufgrund der Schwerkraft zur Erdoberfläche fallen, schmelzen sie wegen der Luftreibung und erhalten eine Tropfenform. Die Tropfengröße variiert. Der größte bisher fotografierte Tropfen hatte einen Durchmesser von 9 mm; in der Regel zerplatzt ein Tropfen bereits ab 6 mm in kleinere. (Quelle: Wikipedia.de)
Regen - das war so ziemlich das Erste, was uns bei dem Gedanken an Irland einfiel. Dass der erste Gedanke meist der richtige ist, sollte sich bei unserem Trip zur Brandon Bay auf der Dingle Penisula bewahrheiten. Dort dürfte man definitiv alles Wissenswerte über Regen hautnah erfahren, und glaubt man den Gerüchten, dann haben die Iren für Regen ähnlich viele Ausdrücke wie Eskimos für Schnee... Aber dass es im Südwesten Irlands so häufig regnet hat einen Grund, der diese Ecke Europas auch wieder für Windsurfer interessant macht.

Als Vorposten Europas liegt Irland mitten in der Zugbahn der Tiefdruckgebiete, die gerade im Herbst regelmäßig die Brandon Bay gut belüften und zudem für ausreichend Wasserbewegung sorgen.

Irland
Diese meteorologische Information wurde uns durch einige englische Surfer bestätigt, und nach dem größtenteils windlosen Sommer 2006 erschien uns – den DWC Cuppern Christian Opitz, Florian Söhnchen und Chris Hafer – Irland, trotz Regen in allen Varianten, als ein verlockendes Ziel.

Ein urgemütliches Haus direkt an den Klippen über der Bucht war schnell gefunden, ebenso schnell ein Flug, bei dem wir erleben durften, wie unkompliziert es sein kann, 3 Jungs mit Unmengen an Surfmaterial zu befördern. Nur die Organisation eines passenden fahrenden Untersatzes stellte sich als größere Aufgabe heraus, da in Irland keine Mietwagen mit Dachgepäckträgern vermietet werden und Transporter scheinbar Mangelware sind.

Nachdem wir bereits die örtlichen Pony-Vermietungen als Plan B ins Auge gefasst hatten, schafften wir es doch noch, anstelle von 'Pimp my Ride' im wörtlichen Sinne, am Flughafen einen Bus in Empfang zu nehmen. Natürlich im strömenden Regen, pardon, nach irischen Maßstäben leichtem Nebel oder auch 'liquid sunshine'.

Bei unserer Ankunft in der Brandon Bay hatte sich der 'Nebel' zumindest soweit gelichtet, dass wir einen Blick über die gesamt Bucht hatten; und auf die perfekten Lines, die bei bilderbuchmäßigen Down-the-Line-Bedingungen mit Side-offshore Wind von links an den beinahe endlos erscheinenden Strand hineinrollten.

Kein Wunder also, dass es neuer Aufriggrekord gewesen sein dürfte, bis wir uns auf dem Wasser befanden, mitten zwischen entspannten Locals und langen, sauber brechenden Wellen.

Nachdem wir auch unseren Wagen sicher vom Strand aus dem nassen Sand ausgegraben und unter Beachtung der irischen Verkehrsregeln – was blökt, hat Vorfahrt – zu unserer Unterkunft gebracht hatten, wartete als Einstand und zur äußerlichen Aufwärmung ein flackerndes Torffeuer und zur inneren Aufwärmung ein Glas irischer Whiskey auf uns...
Irland


Whiskey
Whiskey ist ein aus Getreide durch Fermentierung und Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk. Das Wort Whiskey, erstmalig 1736 erwähnt, leitet sich vom Irischen uisce beatha (gesprochen: ischke baha oder ischke ba) und bedeutet Lebenswasser (uisge / uisce = Wasser, beatha = Leben). "Wasser des Lebens" heißt uisge / uisce na beatha. Die anglisierte Form usquebaugh hat sich aus der gälischen Ausspracheform uskeba entwickelt, wie man es oft auch in Schottland, Irland und Wales bei Ortsnamen vorfindet, wird aber heute uskvebaw ('u' wie in cut, 'aw' wie in law) oder yuskibaw gesprochen. (Quelle: Wikipedia.de)
Man muss vermutlich auch einiges an Whiskey getrunken haben, um entweder dem Gälischen, der aus dem Keltischen stammenden Sprache, die gerade im Südwesten Irlands noch weit verbreitet ist, halbwegs mächtig zu werden oder um sich mit Ex-Hurricane Issac zu messen.

Kilcummin bot mit Side-Onshore-Wind perfekte Bedingungen fürs 3.7er, zumindest solange man nicht an den Resten des dort 1846 vermutlich bei ähnlichen Bedingungen gestrandeten Wracks scheiterte und das Schicksal der Mannschaft teilte.

Diese befindet sich vermutlich auf einem der zahlreichen alten verfallenen Friedhöfe – der perfekten Kulisse für jeden Grusel- und Gespensterfilm.

Wir hatten mehr Glück, insbesondere Flo, der endlich Pushloops mehr oder weniger unfallfrei landete, womit wir wieder einen Grund hatten, gegen Abend direkt vom Strand – inzwischen routiniert im Ausgraben des Wagens – einen der Pubs anzusteuern... aber braucht man dazu eigentlich einen Grund?
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Der Pub
Der Pub (Mehrzahl: die Pubs) ist in Großbritannien, Irland, der Bretagne eine Kneipe und hat dort seinen festen Platz im sozialen Leben. Die Bezeichnung „Pub“ ist eine Erfindung des Viktorianischen Zeitalters und geht auf die römischen Besatzer der Antike zurück und bedeutet ursprünglich „öffentliches Haus“ (public house). Pubs unterscheiden sich von üblichen Kneipen, indem sie überwiegend mit Holz und Teppichen eingerichtet sind. Beliebt ist das Stehen an der Bar oder an hohen Tischen. Dartboards und Billardtische finden sich sehr häufig. Getönte Fenster verdecken die Sicht von außen und geben dem Ganzen eine etwas schummrige Atmosphäre. Die Umgangsformen sind unkompliziert, man stellt sich auf den Inseln per Vorname vor. Getrunken wird traditionell Bier aus einer reichen Auswahl, das man sich selber an der Theke holen muss. Richtig Betrieb kommt in die Pubs, wenn nach Feierabend die Beschäftigen der umliegenden Betriebe sich noch schnell zu einem Bier zusammenfinden. Später gesellen sich die Abendgäste dazu, während die Stammgäste sowieso immer schon da zu sein scheinen.(Quelle: Wikipedia.de)
Womit wir wieder beim Anfang wären, dem Regen. Es gibt ein irisches Sprichwort: "At least it doesn't rain in the Pub!". Das Wetter ist sicherlich einer der Gründe für die hohe Anzahl von Pubs als Fluchtstätten, denn selbst in einem Ort, der nur aus 3 Häusern besteht, ist eines mit Sicherheit ein Pub und damit viel mehr als eine simple Kneipe. Es ist vielmehr ein Ort, an dem man sich trifft, isst, redet, feiert... wirklich ein Dreh- und Angelpunkt des irischen Lebens.

Selbst während der Woche finden sich in beinahe jedem Pub Lifebands, die die nüchterne Definition eines Pubs ebenso mit Leben füllen wie die freundlichen Einheimischen, die irgendwie und irgendwoher auftauchen, bis der Pub randvoll ist und man sich irgendwie zuhause fühlt.

Und während sich Fischer mit Gummistiefeln neben distinguierten Herren im Tweedanzug an der Theke gemütlich zu einem 'Craig' und einem 'Pint', einem Schwätzchen und einem Guinness versammeln, das Kaminfeuer prasselt und uns das schwarze Gebräu nach einem weiteren grandiosen Surftag den Salzgeschmack vertreibt, schweifen unsere Gedanken bereits zur Planung unserer nächsten Trips, von denen einer uns mit Sicherheit auch wieder in die Brandon Bay führen wird.

Vielleicht sollten wir noch ein Guinness oder Whiskey auf den lokalen Heiligen trinken, damit er für unsere baldige Wiederkehr Sorge trägt...
Irland


Brendan
Brendan der Reisende (* etwa 484 eventuell in Annagh auf der Dingle-Halbinsel; † 577 im Kloster Annaghdown Co. Galway;) war ein irischer Heiliger. Brendan wurde wahrscheinlich 512 Priester und gründete zahlreiche Klöster. Die verschiedenen Berichte über sein Leben sind fast alle legendär. Einziges gesichertes Datum ist die Gründung des Klosters Clonfert (in der Grafschaft Galway) um 560. Bekannt ist er durch die Navigatio Sancti Brendani, ein im Mittelalter äußerst beliebter und verbreiteter Bericht über eine Seereise, die er zwischen 565 und 573 mit zwölf Gefährten unternommen haben soll. Das Ziel dieser Reise (die mit einem Curragh unternommen wurde), war die "Terra Repromissionis", eine verheißene Insel im Westen. Auf dem Weg zu dieser Brendaninsel (die in mehreren mittelalterlichen Karten verzeichnet ist) erlebte er allerhand Abenteuer. Die Beschreibung seiner Reise veranlasste bis ins 18. Jahrhundert Expeditionen zur Suche nach Brendans Insel. Seit dem 19. Jahrhundert wurde zudem versucht, die Beschreibungen der verschiedenen Inseln auf reale Inseln im Atlantik anzupassen. Die Vermutungen reichen von den Kanarischen Inseln über Island bis nach Amerika, können aber in keinem der Fälle schlüssig belegt werden, was angesichts des mythisch-religiösen Charakters der Reisebeschreibung wahrscheinlich auch nie möglich sein wird. 1976 konnte Timothy Severin allerdings tatsächlich mit einer Currach nach Amerika segeln, was vermuten lässt, dass eine Entdeckung Amerikas zu dieser Zeit zumindest möglich war. (Quelle: Wikipedia.de)

Als Namensgeber der Brandon Bay ist Saint Brandon, sowohl Schutzpatron der Reisenden und Seefahrer, als wahrscheinlich auch der Surfer. Denn diese sind ständig auf der Reise, der Expedition, der Suche, nach dem perfekten Ort, den perfekten Bedingungen, dem perfekten Moment.

Beides haben wir auch in den nachfolgenden Tagen gefunden, in der Brandon Bay in Irland. Angesichts des Namenspatrons nicht unbedingt ein Zufall...
So heißt es für uns: Bis bald – Slan leat!

Irland
Brendan
Für die Einreise nach Irland ist lediglich ein gültiger Personalausweis notwendig, Währung ist der Euro, keine Mautgebühren.

Wetterinfos
www.magicseaweed.com
www.windguru.cz
www.windfinder.com

Anreise
Entweder per Fähre mit eigenem Wagen ab etwa 300,- € (zzgl. Spritkosten); lohnt sich nur bei längerem Aufenthalt. Alternativ per Flugzeug, z.B. ab Frankfurt-Hahn nach Kerry oder von Lübeck bzw. Düsseldorf-Weeze nach Shannon (über London) mit Ryan Air (www.ryanair.de). Return Tickets gibt es ab ca. 40,- €. Materialmitnahme kostet bei vorheriger Anmeldung je Gepäckstück ca. 30,- €, netterweise unkompliziert und ohne Gewichtsbeschränkung!

Mietwagen
Mietwagen sind in Irland generell relativ teuer und unterliegen Altersbeschränkungen. Bei allen bekannten Mietwagenfirmen (Sixt, Budget, Hertz, Alamo, etc.) werden keine Dachgepäckträger angeboten (sondern ausdrücklich verboten), so dass man lieber eine Kategorie größer buchen sollte. Alternativ bleibt die Suche nach einem Transporter, etwa bei www.enterprise.com (sehr freundlich und unkompliziert!).

Unterkunft
Rund um die Brandon Bay sind Häuser für mehrere Personen vor allem in der Nebensaison erschwinglich und empfehlenswert. Info gibt es unter www.dingle-peninsula.ie, www.spillanesbar.com oder Maralyne Spillane, 066 7139509 / Eileen Lynch, 066 7139108 / John Joe Flynn, 066 7139553.

Spots
Die Spots liegen in der Brandon Bay nebeneinander. Rund um die Brandon Bay wird alles geboten, was sich ein Surfer wünschen kann, inkl. Flachwasserspots. Aufgrund der Form der Bucht finden sich bei beinahe jeder Windrichtung Sideshore Bedingungen, wobei die Wellen je nach Spot auf Sand oder Riff brechen und unterschiedlich groß werden. Hier der Reihe nach, von West nach Ost:

Fermoyle - Beachbreak bei Westwind und Alternative, wenn der Swell an den anderen Spots zu groß wird.
Kilcuminn - Ähnlich wie Fermoyle, bei Ebbe ragt links vom Fluß der Rest eines gesunkenen Schiffes aus dem Wasser.
Gowlane - Beachbreak im Worldcup Format. SW-Wind ist Sideoffshore und im Uferbereich leicht böig, aber die Wellen können groß und vor allem clean werden!
Stradbally - Ähnlich wie Gowlane, perfekt wenn in Gowlane komplett Offshore Wind ist.
Dumps - Bei Wind von rechts finden sich hier gute Rampen zum Springen, die Strömung wird am Ende der Bucht immer stärker.
Mossies/Shitties - Reef- und Beachbreak am Ende der Bucht, direkt gegenüber dem Kult Pub Spillanes. Hier brechen die Wellen über ein flaches Riff, deswegen unbedingt auf die Locals achten, die das Zeitfenster, in dem dieser Worldcup Spot fahrbar ist, perfekt kennen. Bei Materialbruch wird es ein long swim home.

Mehr Infos finden sich auch im Kite- und Windsurfing Guide Europe!

Material
Ex-Worldcupper Jamie Knox leitet in der Sandy Bay eine Surfschule, hier kann man Material mieten, Ratschläge, Infos und im Ernstfall auch Ersatzmaterial bekommen: www.jamieknox.com
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text: Chris Hafer, Florian Söhnchen | Fotos: Chris Hafer | © 2007 DAILY DOSE