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Marcos Pérez (E-7) in Maspalomas
Zur richtigen Zeit am richtigen Platz zu sein ist auch auf einer von Wind und Wellen verwöhnten Insel wie Gran Canaria nicht die leichteste Übung. Marcos Pérez ist mit den Surfspots vor seiner Haustür aufgewachsen und kennt die 236 km langen Küstenlinie wie seine Westentasche.

Wenn Wind- und Swellrichtung stimmen, dann verwandeln sich selbst populäre Touristenstrände zum Weltklasse-Spot. Und genau so geschieht es gelegentlich in Maspalomas, einem südlich von Playa del Inglés gelegenen Strandabschnitt.

Zusammen mit Fotograf Reinhard Müller erwischte Marcos geradezu epische Bedingungen und erzählt in einem Interview vom besten 'Side off' Wavespot Gran Canarias.
Wo liegt Maspalomas genau?
Der Spot liegt genau unterhalb des Leuchtturmes von Maspalomas, am südlichen Ende des langen Sandstrandes, der sich von Playa del Inglés bis zu diesem Punkt erstreckt. Bei Touristen ist dieser Platz bestens bekannt.

Jeweils links und rechts vor dem Leuchtturm liegen zwei Riffe, gewindsurft wird auf der linken Seite. Die rechte Seite gehört den Wellenreitern. Windsurfen ist auch links normalerweise verboten (Badebetrieb), aber bei diesen Bedingungen - kein Schwimmer darf mehr ins Wasser - schauen auch die Bomberos gerne zu.
Marcos Perez in Maspalomas
Wie würdest Du den Spotcharackter beschreiben?
Ein extrem guter Spot und nur bedingt gefährlich. Die Welle bricht als Lefthander (mit dem Rücken zur Welle: nach links). Die größte Chance auf Side Offshore Wind von links hat man zwischen Dezember und April. NO- bis ONO-Wind kommt dann hier an. Maspalomas ist eigentlich ein Wellenreitspot, Wind und Welle zusammen gibt es hier nur selten. Aber wenn es passt, dann sind die Bedingungen perfekt: Saubere Wellen, die in 4er bis 5er Sets heranrollen, mit mehreren guten Sections, einige davon perfekt für Aerials!

Wie sieht das Riff aus?
Ein Mischung aus Sand und runden Steinen, keine scharfen Felsen, solange man nicht direkt vor den Leuchtturm gerät.

Kommt man leicht durch die Brandungszone?
Ja, man startet am besten vom Sandstrand auf der linken Seite. Einen Shorebreak gibt es nicht, da die Wellen weiter draußen brechen.
Was muss man an diesem Spot beachten?
Der Wind ist normalerweise nicht sehr konstant, also nicht zu weit raussurfen. Bei plötzlicher Flaute oder Materialbruch treibt man sonst schnell ab - immer daran denken, es ist das südliche Ende der Insel. Gerade wenn es nur mit 10 bis 14 Knoten weht und man zum Wellenabreiten rausdümpeln muss: Sofort mit der ersten Welle an Land surfen, wenn man merkt, dass der Wind runter geht!

Wenn die Wellen größer werden, nimmt auch die Strömung zu. Aufpassen, dass man nicht in Richtung der Brandungszone direkt vor dem Leuchtturm treibt, hier wird es felsig.

Wenn die grüne Fahne am Strand weht, ist Windsurfen hier verboten. Wer das missachtet riskiert eine saftige Geldstrafe.
Marcos Perez in Maspalomas
Bei welchen Windvorhersagen kann der Spot funktionieren?
Nordost bis Ost bringt Wind von links, manchmal funktioniert auch Südwest bis West für Bedingungen mit Wind von rechts. Wellen laufen hier bei Swells aus Südwest bis Nordwest.

Wer als Windsurfer nach Gran Canaria kommt verweilt meist in Pozo. Erkennt man dort, ob der Spot im Süden funktionieren könnte?
Ja, ein gutes Zeichen ist auflandiger Wind in Pozo. Ansonsten hilft immer ein Blick auf die Vorhersagen. Man kann an den eben beschriebenen Wind- und Swellrichtungen sehr gut erkennen, ob der Spot funktionieren wird.

Wie konstant ist der Spot?
Ich erinnere mich an einen Februar, da gab es eine Woche lang gute Bedingungen - Pech für die Badegäste, gut für die Surfer. Mit Glück kann man also im Winter ein paar gute Tage am Stück erwischen.
Ist der Spot crowded?
Eigentlich nicht, an guten Tagen gibt es genug Wellen für alle.

Wie gefährlich ist es fürs Material?
Wenn man sich links hält passiert wenig, nur wer in die Section direkt vor dem Leuchtturm surft, setzt sein Material und die Gesundheit aufs Spiel. Macht aber kaum jemand, da diese Welle nicht gut läuft. Wer weiter links bleibt, kann sein verlorenes Material meist schwimmend wieder erreichen.

Noch ein paar Tipps?
Beim Parken muss man Gedult haben. Der Leuchtturm und der Strand sind ein beliebter Ort für Touristen, entsprechend voll wird es hier. Parkplätze sind knapp. Aber für diese Bedingungen nimmt man das gerne in Kauf, auf dem Wasser wird man reichlich belohnt.
Marcos Perez in Maspalomas
Insidertipps hat Marcos auch parat:
Eine Unterkunft wird man auf Gran Canaria jederzeit bekommen, gerade der Süden ist touristisch stark erschlossen. In der Hochsaison, besonders im Sommer, sollte man rechtzeitig reservieren. Hotes und Apartments gibt es reichlich, im Süden kann ich das Hotel Gloria Palace (www.hotelgloriapalace.com) empfehlen, in San Agustin gelegen - ca. 20 Minuten vom Airport entfernt.
Die Gegend im Südosten ist ruhiger und traditioneller als der Süden. Hier ist auch ein intensiverer Kontakt mit den Einheimischen möglich. La Villa de Agüimes ist ein solches Fleckchen - traditionelle Architektur, kanarische Kultur und umgeben von netter Landschaft.

Die Gastfreundlichkeit und die lebendige Folklore machen dieses Dorf sehens- und erlebenswert. Infos zu dieser Region findet man auf der Website des Fremdenverkehrsbüros: www.aguimes.es (Touristeninfos auf englisch auswählbar)
Marcos Perez in Maspalomas
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fotos: Reinhard Müller | text: Marcos Pérez | © 2006 DAILY DOSE