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Zivieldienst Norderney

Zivildienst auf Norderney... ein Traum oder doch Realität? Für ca. 20 junge Kriegsdienstverweigerer wurde es Realität. Wir haben es geschafft. Der gesamte bürokratische Kram ist überwunden, wir haben eine Zivildienststelle und bereiten ein neues Leben vor, neun Monate auf einer kleinen Insel.

Windsurfen als gemeinsames Hobby und damit zusammenhängende Berichte über den Zivildienst auf Norderney haben uns auf die ostfriesische Insel geführt. Man hält schon vor Dienstantritt Kontakt, informiert sich über alles auf der Insel: Surfspots, Kneipen und die verschiedenen Dienststellen.

Dann die Anreise. Voller Vorfreude geht’s mit viel Gepäck auf die Fähre, welche nach einstündiger Fahrt auf Norderney anlegt.

Ich treffe das erste Mal meinen Chef, der mich zur Jugendherberge bringt, meiner neuen Dienststelle. Dort bekomme ich den Zimmerschlüssel für mein neues Zuhause, ein sehr großer Raum mit einer spärlichen Einrichtung empfängt mich. Nun heißt es erst einmal ankommen, sich ausbreiten und einleben. Nach ein paar Tagen kommen auch die anderen Zivis auf der Insel an.

Jeder erzählt ein wenig von seinen ersten Erfahrungen mit den Vorgesetzten, dem Zimmer und der Dienststelle, dann kommt alles ins Rollen. Die ersten Arbeitstage verlaufen ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Ich lerne viele nette, neue Menschen kennen, mit denen ich 9 Monate lang zusammenarbeiten werde. Zu den Tätigkeiten in der Jugendherberge gehört neben dem Spülen das Arbeiten in der Haustechnik und Hausreinigung.

Zivieldienst Norderney
Außerdem trägt man während der Dienstzeit ein Telefon bei sich, mit welchem man für kleinere Aufgaben angerufen werden kann. Luxus pur: Für das Surfmaterial bekomme ich einen eigenen Keller der genügend Platz für zwei Ausrüstungen bietet. Mit der Zeit füllt sich auch die Einrichtung in meinem anfangs nur mit zwei Betten und zwei Tischen versehenen Zimmer. Ich fühle mich immer wohler.

Auch die ersten Surftage habe ich hinter mir. Zum Surfen hat immer auch einer der anderen Zivis Zeit, so dass man eigentlich nie alleine auf dem Wasser ist. Dadurch steigt die eigene Motivation aufs Wasser zu gehen erheblich. Neben der Arbeit bleibt genügend Zeit zum Surfen. Wenn die Tide passt und das Wattenmeer auf der Südseite der Insel fast trocken fällt, findet man mit die besten Freestyle Bedingungen in Deutschland vor.

Das Surfen wirkt als perfekter Ausgleich zur Arbeit, an vielen Tagen falle ich optimal ausgelastet und völlig müde ins Bett, wenn nicht wieder irgendeine Strandparty ansteht. Wir Zivis machen viel gemeinsam; sei es Grillen am Strand, Surfen, Windskaten oder nur einen Film ansehen. Irgendetwas ist immer los, so dass es auch abends nicht langweilig wird.

Leider vergeht der Sommer viel zu schnell. Die Temperaturen von Wasser und Luft sinken immer weiter und trotzdem treffen wir uns regelmäßig, um Windsurfen zu gehen. Mit den kürzer werdenden Tagen habe ich auch etwas mehr Zeit zum Surfen, da die Nebensaison nicht mehr allzu viele Gäste auf die Insel lockt.

Zivildienst

Dies ist auch der Grund warum man immer weniger Menschen in der Stadt trifft. Viele Geschäfte bleiben geschlossen oder beginnen mit Renovierungsarbeiten für die nächste Saison.

Fast alle Zivis haben über Weihnachten frei
, sodass auch ich die Zeit nutze, um mal längere Zeit am Heimatort zu verweilen. Mit dem Winter sinkt bei vielen die Motivation etwas zu starten. Ich nutze die Abende um Filme zu sehen oder einfach nur um etwas zu Lesen. Dennoch gehen alle Jungs, die auf der Insel sind, bei Wind aufs Wasser.

Im vorletzten Dienstmonat nutze ich die Zeit um mit anderen Zivis einen Windsurftrip nach Spanien zu machen. Windsurfen in fast tropischen Temperaturen, befreit von Eis, Schnee und Regen. Dann heißt es zurück auf die Insel, um den letzten Dienstmonat anzutreten. Dies ist auch der Zeitpunkt wo in der Jugendherberge zwei neue Zivis ihren Dienst beginnen, um ebenso viele neue tolle Erfahrungen zu machen wie ich.

Ich stehe kurz vor dem Ende meines Zivildienstes und bin sehr froh den Schritt nach Norderney gemacht zu haben.

Nach der Eingewöhnung in der Dienststelle rückt auch der Arbeitstag immer weiter in den Hintergrund und der Spaß am Windsurfen und an Unternehmungen dominiert den Alltag. Die gestellte Frage ob es nun harte Arbeit, oder doch nur Urlaub auf Staatskosten ist, lässt sich klar beantworten:

Man hat einen geregelten Arbeitstag mit festen Arbeitsstunden und es hängt sehr vom Chef ab, ob man nun mehr oder weniger Zeit zum Surfen bekommt. Urlaub ist das auf keinem Fall, aber Freizeit gibt es genug und hier stellt sich das Surfen als optimaler Ausgleich zur Arbeit heraus.

Tipp für alle, die den Zivildienst noch vor sich haben: Um sich auf Norderney zu bewerben sollte man bereits als Kriegsdienstverweigerer beim Staat gemeldet sein und es einfach in jeglichen sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen mit einer Bewerbung versuchen. Viel Erfolg!

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