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Surfing History I
von 4000 a.c. - 1900 |

James Cook |
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Captain
James Cook, Tahiti 1777
"Als ich eines Tages bei Matavi Point, wo unsere Zelte aufgestellt
wurden, spazierte, sah ich einen Mann in seinem kleinen Kanu so
schnell paddeln und sich mit solchem Eifer umschauen, als wolle
er meine ganze Aufmerksamkeit. Er fuhr vom Ufer hinaus, bis er an
der Stelle war, an dem sich die Wellen zu heben beginnen und ihre
ersten Bewegungen aufmerksam beobachtend, paddelte er vor ihr mit
grosser Geschwindigkeit, bis sie ihn überragte und so viel Kraftgesammelt
hatte, dass sie sein Kanu trug, ohne darunter durchzulaufen. Dann
saß er bewegungslos und wurde mit der Geschwindigkeit der Welle
fortbewegt, bis sie ihn am Strand anlandete. Er stieg aus, leerte
das Kanu und suchte eine neue Welle. Die einzige richtige Begründung
dafür scheint, dass dieser Mann die höchste Freude fühlte, während
er so schnell und so sanft von der See fortbewegt wurde."
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Männer Frauen und Kinder surften |
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Hopupu
Klarer Fall, der Bursche in seinem Kanu war stoked. (Er selber hätte
seinen Zustand auf hawaiianisch als "hopupu" bezeichnet). Eigentlich
war das Wellenabreiten im Kanu vor tausenden von Jahren ein Trick
der Fischer, um möglichst schnell zum Strand zu gelangen. Besonders
die Polynesier hatten sich durch ihre Wanderungen mit Outrigger Kanus
und doppelrümpfigen Kanus ein immenses Wissen über den Ozean angesammelt
und nutzten so auch die Kraft der Wellen mit ihren Kanus. Aus der
Not irgendwie mit dem Ozean klarkommen zu müssen, entwickelte sich
ein Sport: Surfen. Was für Cook 1777 vollkommen neu war, war für die
Polynesier schon Tradition. Heute
schätzt man, dass es die ersten (Body)Surfer vor etwa 4000 Jahren gegeben
hat. Zwischen 1500 vor Christus und 400 nach Christus gab es in Polynesien
die ersten stehenden Surfer. Während (Body)Surfen generell im ganzen
Polynesischen Raum verbreitet war, war Boardsurfing in einem Dreieck
zwischen Hawaii, Rapa Nui (Osterinseln) und Aotearea (Neuseeland)
am weitesten entwickelt.
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Ein
Surfboard: 7,2 m lang, 70 kg schwer
Allerdings waren dies nicht die einzigen Surfer auf dem Globus. In
Peru surfte man auf Papyrusballen und vom mittleren Westafrika berichtete
Sir James Edward Alexander 1835 von Kindern die bäuchlings auf kleinen
Holzbrettern Wellen abritten. Das Zentrum der Surfentwicklung war
aber Polynesien und besonders Hawaii. Nur hier wurden auch sehr grosse
Bretter benutzt, auf denen die Surfer stehend die Wellen abritten.
Auf Hawaii gab es damals schon verschiedenste papa he'e nalu (Boards):
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Das Paipo, ein
60 bis 180 cm lange Bodyboard.
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Das Alaia, ein
mindestens 240 cm langes, flaches Board, das für steil brechende
Wellen geeignet war.
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Das Kiko'o,
das zwischen 340 und 540 cm lang war.
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Das Olo, das
zwischen 540 und 720 cm lang war und der Ali'i, der hawaiianischen
Regierungsschicht (Chiefs) vorbehalten war. Ein solches Board wog
um die 70 Kilo, war konvex und beide Seiten wurden genutzt!
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Alltag auf Hawaii |
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Die
Shaper und ein roter Fisch namens Kumu
Der
eigentliche Surfbrettbau war auf Hawaii mit Riten verbunden. Ein Hawaiianer
beschrieb das im späten 19. Jahrhundert so: "Für die Auswahl eines
geeigneten Baums wurde ein roter Fisch namens Kumu beschafft und am
Baumstamm abgelegt. Der Baum wurde gefällt, nachdem ein Loch bei den
Wurzeln gegraben wurde und der Fisch mit einem Gebet dorthinein gelegt
wurde." Mit Steinen und Knochen wurde der Baum geshaped. Korallen
und ein rauher Stein namens Oahi wurden benutzt, um das Board zu schmirgeln.
Mit einer Sud aus gekochten Kukui Wurzeln und Nüssen wurde das Holz
schließlich gebeizt und imprägniert. Der Boardbau war eine äußerst
langwierige und anstrengende Aufgabe und das Brett wurde immer nur
für die Maße und Vorlieben seines Besitzers gebaut.
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Wellenreiter mit einem Paipo Board
in Waikiki |
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Surf
now work later
Wellenreiten war für die Hawaiianer äußerst wichtig. Missionar C.S.
Steward 1823 erzählt, dass bei einem größeren Swell vor Lahainas Küste
hunderte von Hawaiianern surften. Der Missionar Ellis (Big Island,
Hawaii) beschrieb, dass bei einem unerwartet auftretenden Swell ganze
Dörfer leerstanden und tägliche Aufgaben wie Fischen und Feldarbeit
liegenblieben, während Männer, Frauen und Kinder surften. Surfspots,
bei denen sich heute Amerikaner und Europäer als Entdecker rühmen,
waren den Hawaiianern natürlich bekannt. Der Spot am Sunset Beach
hieß Pau-malu, Outside Castles - Waikikis größte Welle hieß Ka-lehua-wehe.
Einige der Chiefs liessen sich mit dem Kanu zum Lineup bringen, um
dann eine einzige Welle bis zum Land abzureiten. Doch dann kamen die
Fremden und brachten andere Sitten und vor allem Krankheiten. Um 1900
hatten nur 40.000 Hawaiiner überlebt. Die meisten, die wussten wie
man Boards baut, waren tot. Nur einige wenige Surfer auf Oahu, Maui
und Kauai waren übrig. Surfen war so gut wie ausgestorben.
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Im
nächsten Teil:
Das
Revival ab 1903
Duke Kahanamoku
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