Philip Köster - Interview

Philip Köster hat 2009 den PWA Wave World Cup in Pozo gewonnen. Momentan steht er auf Rang drei der Wave Weltrangliste. Das 16-jährige Ausnahmetalent aus Gran Canaria hat DAILY DOSE zehn Fragen beantwortet.

Wie bist du überhaupt zum Surfen gekommen?

Das war mit neun Jahren. Meine Eltern haben ja einen Surfshop und da hat sich das dann irgendwie ergeben.

Hast du schon gefährliche Situationen erlebt oder dich beim Surfen verletzt?
Eigentlich nicht. Aber ich hatte auf Sylt mal so einen richtig hohen Sprung. Um die 18 Meter müssen das gewesen sein. Richtig Angst hatte ich da nicht, aber wenn man dann plötzlich so extrem hoch ist und das langsam realisiert, dann wird Einem schon mulmig im Bauch! In dem Moment dachte ich nur ‚Nicht loslassen! Bloß nicht loslassen!’
Und verletzt habe ich mich bisher gar nicht. Einmal habe ich mir das Handgelenk gebrochen, aber das passiert eben mal...

Wie verbindest du das Surfen mit der Schule?
Einfach ist das nicht. Naja ... klappt eigentlich gar nicht. Da ich so viel unterwegs bin, nehme ich super wenig am Unterricht teil. Normalerweise müsste ich mich jeden Abend nach dem Surfen noch hinsetzen und lernen, aber man kommt ins Hotel, ist total kaputt und ja...zack, schlaf ich ein! Da geht dann einfach nix mehr. Wenn ich dann wieder auf Gran Canaria bin, komm ich in der Schule an und muss sofort alle verpassten Arbeiten nachschreiben – gute Noten kommen da einfach nicht bei raus.

Was ist für dich der perfekte Windsurfspot?
Ich wohne ja auf Gran Canaria und da ist eigentlich alles so, wie es sein muss! Der Wind stimmt und die Wellen sind super.



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Warst du schon überall auf den Kanarischen Inseln surfen?
Nein. Bisher war ich nur auf Gran Canaria und Fuerteventura zum Surfen. Gran Canaria ist mein zu Hause, da liebe ich es einfach! Aber hier auf Fuerteventura ist es auch schön – anders.
Ansonsten bin ich auch schon aus La Palma gewesen. Das war eine Klassenfahrt, also nichts mit surfen.

Ist das unter Profi-Surfern alles eher freundschaftlich?
Ja, ich bin ja auch schon lange im Geschäft. Da lernt man sich kennen und man sieht sich ja auch ständig wieder. Viele trainieren auch auf Gran Canaria. Ein paar sind ja auch so in meinem Alter...und wirkliches Konkurrenzdenken gibt es nicht. Wenn jemand Hilfe braucht oder mit einem Trick nicht klar kommt, dann hilft man sich auch.

Wenn du nicht Profisurfer wärst, was wärst du dann? Oder gibt es etwas, was dich beruflich interessieren würde, was nicht mit dem Surfen zu tun hat?
Nein, eigentlich nicht! Aber wenn ich später nicht mehr selbst surfe, dann möchte ich meine eigenen Boards entwickeln. Überhaupt will ich immer an der Weiterentwicklung arbeiten...

Was ist „wahrer Luxus“ für dich?
Ich bezeichne es als puren Luxus, dass wenn man da wohnen darf, wo man immer surfen gehen kann. Wenn viel Wind ist, geh‘ ich aus der Tür an den Strand zum Windsurfen und wenn mal Flaute ist, dann fahr ich ein Stück weiter zum Wellenreiten.
Schön ist es auch, wenn der ganze Wettkampfzirkus dann irgendwann zu Ende ist und ich einfach nur die Beine hochlegen kann.

Welche Musik hörst du gerne?
3 Days Grace oder auch gern mal Bob Marley.

Wie sieht ein Wochenende ohne Sport aus?
Das existiert gar nicht. Aber wenn ich mal nicht auf dem Wasser bin, treffe ich mich einfach gern mit Freunden.

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