Défi WInd 2012
Vom 17.-20. Mai fand das Défi Wind zum 12. Mal im französischen Gruissan statt. Die Megaregatta zeichnet sich durch ein unglaublich großes Starterfeld und ein einfaches Konzept aus. In diesem Jahr waren 850 Surfer aus 25 Ländern waren vor der französischen Mittelmeerküste unterwegs.

World Cupper Dennis Müller war dabei und berichtet:
„Die Vorhersage sah vielversprechend für Dienstag und Mittwoch aus. Tramontana mit bis zu 40 Knoten war angesagt. Leider sollte zum Startschuss des Défi Wind am Donnerstag der Wind auf Südost drehen. Ich hoffte, dass die Regattacrew, die 850 Starter dann auch aufs Wasser lässt. In den vergangenen Jahren war es so, dass nur mit Tramontana gestartet wurde.
 
Am Dienstag vor dem Event flog der Wind mit über 40 Knoten und ich suchte mit meinem 5,7 Challengersails Aero und meinem F2 SX 58 nach meinem eigenen Speedrekord. Es ist ein Erlebnis parallel 5 Meter vom Strand entfernt, auf fast spiegelglattem Wasser, einen 10 Kilometer langen Schlag zu surfen. Sobald die zweite Mole näher kommt, ist die Freude groß, den Fuß aus der Schlaufe zu nehmen und nach der Halse eine andere Haltung einzunehmen. Am Mittwoch waren es noch über 30 Knoten und das 6,4 er musste herhalten. Für mich war das mein bisher großartigstes Speederlebnis!

Am Eröffnungstag reichte der Wind leider nicht. Nur eine leichte Brise wehte auflandig vom Mittelmeer. Um 13 Uhr stand das Skippersmeeting auf dem Programm. Wahnsinn, wie viele Windsurfer dabei waren. Es wurde viel auf französisch erklärt und leider nur das wichtigste auf Englisch übersetzt. 850 Starter sind dabei, aus 25 unterschiedlichen Nationen. Das Ziel der Organisation ist es, Rennen trotz des vorhergesagten Ostwinds durchzuführen. Der auflandige Wind und der Shorebreak könnten es dem einen oder anderen Hobbysurfer schwierig machen. 

Am zweiten Veranstaltungstag wehte ausreichend Wind, sodass sich einige in der Brandung tummelten. Der Wind wehte für einen Wettbewerb zu unkonstant und nicht auflandig genug, als dass das Langstreckenrennen gestartet werden konnte.

Um 14 Uhr sollte dann endlich ein Funrace mit LeMans Start begonnen werden. Für viele Teilnehmer war es das erste Mal in ihrem Leben, direkt vom Strand aus zu starten und dann schnellstmöglich aufs Board zu springen. Etwa 400 Teilnehmer schafften den Start. Zwei Fahnen markierten die Startlinie und ein Quad fuhr mit Vollgas unmittelbar an der Wasserkante entlang, um das Startzeichen zu geben. Extrem eng an einander gereiht versuchte sich jeder seinen bestmöglichen Startplatz zu sichern. Vielen Startern merkte man eine große Nervosität an.

Rollei Bullet HD Summer Opening Sylt 2012 presented by Volkwagen Nutzfahrzeuge

Nach wenigen Augenblicken raste das Quad an uns vorbei und alle rannten so schnell sie konnten ins Wasser. Unterschiedlichste Techniken wurden angewandt. Der eine trug sein Material auf dem Kopf, der andere in normaler Haltung. Eine Boje in drei Kilometer Entfernung markierte den Wendepunkt. Die Ziellinie befand sich direkt am Eventgelände und wurde durch eine weitere Boje markiert. Der Luvstau machte es schwierig schnell aus der Brandung in Fahrt zu kommen. Mehrere Hobbysurfer scheiterten bereits daran oder schafften es nicht, genügend Höhe zu laufen, um an der 500 Meter entfernten Mole vorbeizugleiten.

Die, die es schafften machten sich auf der Suche nach der Wendeboje. Gar nicht einfach diese bei den Dünungswellen zu finden. Auch ich sah sie nicht. Etwa als dreißigster unterwegs, platzierte ich mich von der Höhe im oberen Teil des Feldes. Dann sah ich die ersten Fahrer wenden und endlich kam die Boje in Sichtweite. Viele Starter befanden sich viel zu weit in Lee, unter anderem auch Antoine Albeau, der als Favorit vom Helikopter begleitet wurde und viele Plätze durchs Hochkreuzen und zwei Wenden verlor. Am Besten im Blick hatte die Boje Anders Bringdal. Er gewann vor Ben van der Steen und Pascal Toselli. Ich musste leider auch zweimal Wenden.

Dadurch, dass ich mich aber im oberen Viertel des Feldes befand, konnte ich einige Plätze gut machen und erreichte eine Top 10 Platzierung unter den zahlreichen Worldcup Startern.

Leider wurde kein weiteres Rennen mehr gestartet und wir ließen den Abend mit einer vorzüglichen Spaghettiportion ausklingen.

Der Samstag begann regnerisch und der Wind wehte nicht wie vorhergesagt stärker, sondern fast flautenähnlich. Am Mittag nahm der Wind mit dem Regen leicht zu, erlaubte allerdings kein Rennen. Eigentlich freute sich jeder auch schon auf das gemeinsam Grillen. Aufgrund des Regens fiel dies leider auch ins Wasser.

Der Sonntag begann und endete leider wie der Tag zuvor. That´s it. Hätte der Tramontana nicht 2 Tage später einfliegen können oder ein Tag früher wiederum, denn Montag sollte er wieder mit 40 Knoten über den Strand fegen? Dann hätte es unglaublich spannende Rennen gegeben.

 

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Fazit:
Ich kann jedem Hobbysurfer, Speedjunkie und Profi von klein bis groß nur empfehlen, nächstes Jahr beim Défi Wind an den Start zu gehen. Wenn der Wind aus Tramontanarichtung weht, ist es für mich der beste Speedspot für ein Long-Distance-Rennen! Das Gefühl mit einer so großen Menge an Windsurfern auf das Startsignal zu warten, zu starten und zu kämpfen ist ein einzigartiges Erlebnis.

Leider wurde den Teilnehmern in meinen Augen etwas wenig geboten. Man hätte bereits am Donnerstag, bei Sonnenschein ein SUP Funrace starten können. Oder am Freitag hätte ein Rennen der Pros für weitere Action und Begeisterung am Strand sorgen können.

 

Das Abendprogramm war dafür umso interessanter. Auf einer riesigen Bühne unterhielt Livemusik und DJ´s bis in die Morgenstunden das Partyvolk. Ich werde nächstes Jahr wieder am Start sein.

Aber heute starte ich erstmal einen eigenen Speedrekord hier in Gruissan. Denn 40 Knoten Tramontana wehen.

Dann geht es weiter in die Bucht von Rosas. Dort starte ich bei der IFCA Europameisterschaft."
Défi WInd 2012